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09.08.08

Umschwärmt

mein Lieblingsfoto der Bienen
Da mein Schwager Hobby-Imker ist, hatte ich Gelegenheit mit ihm die Bienen zu besuchen und bei seinen Arbeiten ganz dicht dran zu sein! Auch konnte ich ihm alle möglichen Fragen stellen! Und ich finde es sehr interessant und ich hoffe ihr auch! Die Biene ist übrigens ein Tier welches schon in der Bibel vorkommt ebenso kommt das Wort Honig sehr oft vor. Lesen Sie mal nach und Sie werden erstaunt sein, wie oft und wo die Wörter vorkommen!
3 Bienenkästen, davon 2 mit Kasten für Auffütterungslösung
Wolfgang hat im Moment 6 Völker, von denen eines noch recht jung ist! So ein Volk hat meist zwischen 40 000 und 50 000 Bienen. Man spricht von „den" Bienen, dabei gibt es in Europa allein über 100 Arten. Und in jedem Volk gibt es 3 versch. Arten: Die Königin, die größer ist als die normalen Bienen und deren Lebenszeit ca. 5 Jahre beträgt, die Arbeiterin, deren Lebenszeit im Sommer 2 bis 3 Wochen beträgt, die aber im Winter den ganzen Winter lebt und die Drohnen, die es in der Regel aber nur im Sommer gibt. Jede Bienenart hat eine andere Entwicklungszeit, ein anderes Schlupfgewicht, eine andere Geschlechtsreife oder andere besondere Körperteile. Die Bienen sind ein hoch entwickeltes Wesen! Sie arbeiten als Team zusammen, wobei die Arbeiterinnen den größten Teil zu tun haben. Aber ohne Königin und Drohnen könnten die Honigbienen auch nicht existieren.
Biene
im Unterschied dazu die Wespe
Aufgaben der kleinsten Bienen, der Arbeiterbienen sind: Zellen putzen, füttern der: Brut, Drohnen + Königin, putzen der anderen Bienen, zur Verständigung beitragen, kranke Brut ausräumen, tote Bienen aus dem Stock tragen, Honig und Pollen einlagern + konservieren, heizen + kühlen und damit die Stocktemperatur regeln, Wachs schwitzen und kneten, Waben bauen, Brut- + Honigzellen verdeckeln, Fugen dichten, Flugloch bewachen, Feinde abwehren + Alarm schlagen, Drohnen vertreiben, gute Futterquellen erkunden, erfassen, mitteilen + leer machen, Nektar, Propolis und Honigtau sammeln + Wasser holen! Leute ist das nicht Arbeit?? Allerdings muss eine Arbeiterbiene nicht alles tun, aber sie ist so ausgerüstet, dass sie „mehrere Berufe ausüben kann“ kann wenn es sein muss. Wer was und wie lange tut, hängt von der Situation des Volkes ab. Am besten gefallen mir die Putzbienen die die Bienenleichen entfernen.Wenn man vorm Flugloch sitzt kann man beobachten wie diese nicht nur vor das Flugloch getragen werden, sondern erst ein Stück vom Korb entfernt fallen gelassen werden!
"Betrieb" am Flugloch
Aufgabe der Drohn ( Einzahl ), das ist die mittelgroße Biene, ist es Drohnensammelplätze aufzusuchen und auf Königinnen zu warten. Wenn eine junge Königin auftaucht wird sie von einer Drohnenschar verfolgt und nacheinander von bis zu 30 Drohnen im Flug begattet! Damit endet dann das Leben der Drohn. Die nicht zum Zuge gekommenen und daher noch lebenden Drohnen kehren oft in fremde Völker ein um dann am nächsten Tag wieder zum Sammelplatz zu fliegen und auf eine neue Chance zu warten. Aufgabe der Königin ist es Eier zu legen, das Volksgefüge zu erhalten, Hochzeitsflüge zu unternehmen und: man höre und staune: die Nebenbuhlerin zu töten! Von den Aufgaben her hat zwar die Königin die wenigsten Aufgaben, misst man es allerdings an der Zeit, sieht es schon anders aus, denn die Königin muss viel Zeit aufwenden um ihr Volk zusammen und am Leben zu erhalten.

Bienen mit rot gekennzeichneter Königin, bitte anklicken zum besseren Sehen!
Die Hauptsammelzeit der Bienen ist zwischen Ende März und Mitte Juli. Jetzt um diese Zeit jetzt finden Bienen schon fast nichts mehr und es muss für den Winter aufgefüttert werden. Der letzte Honig wurde Mitte Juli abgeschleudert. Der Ertrag eines normalen Volkes bewegt sich so zwischen 20 und 30 kg. Honig. Nach dem Abschleudern werden die Bienen zuerst gegen Milben behandelt, als Vorbeugemaßnahme für das nächste Jahr. Danach wird auf den geleerten Bienenkasten ein Kasten aufgesetzt, indem eine Zuckerlösung ist. So wird z.B. für ein normales Volk ca. 20 kg Festzucker gelöst.

Öffnen des Futterkastens und geöffneter Kasten
Die Bienen fliegen zwar noch aus, aber da die eigentliche Blüte vorbei ist, und sie nicht mehr viel finden, essen sie zusätzlich die Lösung.Damit legen sie auch Honig in den Zellen an, von dem sie sich im Winter aber wieder ernähren und heizen müssen. Ja heizen, ich habe auch gestaunt! Die Bienen können im Winter draußen bleiben.
Blick in den leeren Futterkasten und herausnehmen der Waben
Da es im Winter wenig Bienen gibt, da nur noch die Winterbienen leben, rücken sie dann in ihrem Kasten ganz eng zusammen und heizen dann nur da in den Waben wo sie sich aufhalten bis 20° auf. Während dessen wenn im Januar die Königin anfängt zu brüten, die Temperatur durch Verbrennung im Bienenkasten auf 35° erhöht wird.
Hochnehmen der Waben zur Begutachtung

Ich war dabei als mein Schwager nun nachgeschaut hat ob der Lösungskasten leer ist, gleichzeitig ob sich Maden und Eier in den neuen Zellen findet und den Fütterungskasten abgebaut hat.
Letzter Blick in den Kasten und Vorbereitung zum verschließen
Im der Zeit zwischen Ende März und Mitte Juli ist die Aufgabe eines guten Imkers nachzuschauen ob die Königin und Brut noch da ist und oder ob die Bienen angefangen haben neue Brutzellen für eine neue Königin zu bauen.
Gut entwickelte und verdeckelte Waben
Es geschieht nämlich auch manchmal das ein Volk mit seiner Königin unzufrieden ist, dann beginnen sie einfach: Königinnenzellen zu bauen. Will der Imker nicht das eine neue Königin gezüchtet wird, muß er diese Zellen vernichten. (Diese sind größer als normale Zellen, da ja die Königin größer ist, daran kann er sie erkennen!)
Blick in den 2. Kasten + Detaiaufnahme
Aber auch von des Imkers Seite her wird die Königin nach einigen Jahren, wenn sie nicht mehr so produktiv ist, vernichtet damit die Bienen Königinnenzellen bauen und eine neue Königin herangezogen wird. Oder aber er kauft dann eine „Königin“! (ca. 20€ bis 50€ )
Fütterungskästen sind abgebaut und der Behälter steht noch davor
Ich habe meinen Schwager auch gefragt was ihn an seinem Hobby so interessiert und er hat folgendes geantwortet:

1.: es ist ein Leben in und mit der Natur! Man muss nicht nur die Bienen beobachten sondern auch die Natur, z.B.: wo stelle ich die Körbe auf? Was wächst in ca. 2km Umkreis, denn das ist ungefähr das Sammelgebiet? Was geht ansonsten in der Natur vor, was ich berücksichtigen muss?
2.: Es ist abwechslungsreich und interessant!
3.: Ich kann mein handwerkliches Können einbringen!

Zum handwerklichen können hat er mir dann seine „Vorarbeiten“ gezeigt.
Rahmen zum Bau der Mittelwand und Aufbewahrung von alten + neuen Rahmen
So werden in einen Holzrahmen Löcher gebohrt und Metalldrähte eingezogen! Die Metalldrähte erwärmt man und befestigt daran die Mittelwand die aus 2 mm dünnem Wachs besteht.
Mittelwand die eingehängt wird zum Start der Wabenbildung
Wild gebaute Wabe die im Futterkasten war und entfernt wurde
Diese erweitert die Biene zu einer Wabe die ca. 6 000 Zellen enthält, wobei die Zellen für jede Art je nach Größe unterschiedlich sind. Der gesamte Bienenstock besteht aus mehreren Zargen, Gitterboden und Deckel. Nach dem Abschleudern werden dann diese Waben wieder geschmolzen und das Wachs kann gegen geringes Entgelt abgegeben werden. Ich war dabei als er das Restwachs aus dem Sonnenwachsschmelzer geholt hat, ihn gesäubert und neue Waben zum Schmelzen eingehängt hat. Eigentlich ist dieser Kasten ganz simpel. Die Waben werden eingelegt, durch den Glasdeckel heizt die Sonne den Kasten auf, das Wachs wird flüssig und läuft in einen aufgestellten Behälter ab.
Wachs von den geschmolzenen Waben der aus dem Wachsschmelzer genommen wird + Dateiaufnahme
In den Behälter wird beim Aufstellen etwas Wasser gegeben so dass man das erkaltete Wachs später besser entnehmen kann.
Neu zum Schmelzen eingehängte Bienenwaben + geschlossenes Gerät

Kommentare:

Lisa Rosenrot hat gesagt…

Hallo, einen super interessanten Bericht hast du da geschrieben. Danke dafür und ein schönen Sonntag und erholsamen Resturlaub.
Gruß
Lucie

blumenfee57 hat gesagt…

Durch Zufall bin ich auf Deinen Blog gekommen. Deinen Bricht über die Bienen zu lesen war für mich Erinnerungen an meine Kindheit. Nach dem Krieg (1947) machte mein Vater ein Stück Land urbar, und es wurde eine Kleingartenanlage daraus. Dann schafft er sich Bienen an, es wurden im Laufe der Jahre 10 Völker, und er hat mit Leidenschaft die Imkerei betrieben. Wie in Deinem Bericht haben wir Kinder all das hautnah erlebt. Schön mal wieder etwas über eine Imkerei zu lesen.

Gute Erholung im Urlaub wünscht Charlotte.